111 Jahre alte Eisenbahnbrücke wird erneuert

Auf der eingleisigen, nicht elektrifizierten Bahnstrecke Biessenhofen – Marktoberdorft im Ostallgäu entstand ein neues Brückenbauwerk über die Wertach. Die 1910 erbaute Fachwerkbrücke aus Stahl mit einer Stützweite von ca. 36,60 Meter wurde an gleicher Stelle ersetzt. Die neue Stabbogenbrücke mit einer Stützweite von 50,00 Meter und einem Gewicht von ca. 290 Tonnen wird nun erhöhten Anforderungen in den Bereichen Streckenklasse sowie Reisegeschwindigkeit gerecht.

Das Bauvorhaben musste unter Aufrechterhaltung und ohne Gefährdung des Eisenbahnbetriebs durchgeführt werden. D.h. für die Durchführung von Arbeiten im Gefahrenbereich der Bahngleise waren Sperrpausen erforderlich.

In der ersten Sperrpause im April 2021 wurden sog. Hilfsbrücken vor und hinter dem Bestandsbauwerk eingebaut, so dass die Widerlager der neuen Brücke während des laufenden Bahnbetriebs gefertigt werden konnten. Der Überbau wurde in Einzelteilen aus dem Stahlwerk geliefert und vor Ort inklusive Überbauabdichtung, Randweg und Geländer auf einem Montagegerüst montiert.

In der zweiten Sperrpause im Oktober 2021 wurde schließlich der 80 Tonnen schwere Bestandsüberbau gemäß Abbruchkonzept in drei Segmente durch Brennschneiden getrennt und mittels Autokran herausgehoben. Daraufhin konnte der Verschub der Stabbogenbrücke beginnen.

Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 10 Metern pro Stunde bewegten hydraulische Pressen das vorgefertigte Bauwerk auf der eigens erstellten Verschubbahn bis es seine endgültige Position erreicht hatte.

Längsverschub

Querverschub

Nach 16 Tagen Schienenersatzverkehr wurde die neue Stabbogenbrücke in der Nacht zum 30. Oktober termingerecht in Betrieb genommen.

Besonderes Augenmerk während der gesamten Bauzeit galt dem Gewässerschutz und den damit verbundenen wasserrechtlichen Vorgaben.

Emch + Berger wurde hierbei für die technische und betriebliche Bauüberwachung beauftragt.