Brücke Städtisches Klinikum Karlsruhe

2. Wettbewerbspreis mit Wienstroer Architekten

Das Städtische Klinikum Karlsruhe hat im August 2020 einen Wettbewerb für eine geschlossene, ca. 58m lange Verbindungsbrücke zwischen Klinikgebäuden und einer neu zu erstellenden Hubschrauber-Plattform ausgelobt. Die Brücke führt mit einer Stützweite von ca. 37m über eine vierspurige innerstädtische Straße mit mittig liegenden Stadtbahngleisen, eingesäumt von alten geschützten Baumalleen.

Am Wettbewerb nahmen 14 namhafte, zum Teil international tätige Büros, wie Caspar Schmitz Morkramer Architekten, Köln mit Sobek Ingenieure, Stuttgart oder Krebs+Kiefer, Karlsruhe mit Knight Architects, High Wycombe, UK bzw. Leonhardt Andrä Ingenieure, Stuttgart mit Schoyerer Architekten, Mainz teil.

Unter diesen renommierten Konkurrenten konnte die Wettbewerbsgemeinschaft Emch+Berger, Karlsruhe mit Wienstroer Architekten, Neuss den 2.Platz hinter Caspar Schmitz Morkramer Architekten / Sobek Ingenieure belegen.

Das Preisgericht bewertet die Arbeit von Emch+Berger / Wienstroer Architekten folgendermaßen:

Die Brücke führt mit leichtem Schwung über Straße und Straßenbahntrasse und reagiert auf elegante und einfache Weise auf die Anforderungen, die aus dem Baumbestand und der Zufahrt resultieren. […]

Die Stahlkonstruktion ist aus Standardhohlprofilen gefügt. Die Stützenrahmen bestehen aus zusammengesetzten Rechteckhohlprofilen, die ihre Auflagerlasten auf vertiefte Flachgründung abgeben. Der Träger selbst ist als Vierendeelträger mit variablem Pfostenabstand konzipiert. Auf subtile Weise wird so der Kräfteverlauf erlebbar und der Innenraum spannungsvoll rhythmisiert. Die Anbindung an die vertikale Erschließung der Helikopterplattform ist problemlos möglich.

Nach außen hin zeigt sich die Brücke als einfaches, geschlossenes Volumen mit halbtransparenter einschaliger Polycarbonatfassade. Tragwerk und Nutzer bleiben damit schemenhaft sichtbar und zeigen die Logik und Funktion, ohne dabei zu viel Preis zu geben. […]

Die Arbeit liegt im wirtschaftlichen Bereich. Der vorgeschlagene Montageablauf, bei dem selbsttragende Teilstücke auf Stützen und Hilfsstützen abgesetzt werden, ist machbar und kann innerhalb verfügbarer Sperrzeiten umgesetzt werden. Die Lösung ist auch in dieser Hinsicht bereits weit entwickelt und kann ohne wesentliche Änderungen umgesetzt werden.

Insgesamt eine Arbeit, die mit angemessenem Aufwand in der Konstruktion und elegantem Gestus eine zurückhaltende und dennoch eigenständige Gestalt entwickelt, die sich auf selbstverständliche Weise in den Stadtraum einfügt.